Evangelische Kirchengemeinde Vohwinkel

10.10.2017 | Ankündigung, Gottesdienst

Die Gemeinden des Wuppertaler Westens laden ganz herzlich ein zu einem Festgottesdienst mit ökumenischer Beteiligung am

31.10. um 17 Uhr in der Kirche Gräfrather Straße.

Verantwortliche aller Gemeinden von der Varresbeck über Sonnborn bis nach Vohwinkel haben ihre Teilnahme zugesagt. In einem ökumenischen Arbeitskreis wird theologisch an der Gestaltung des Gottesdienstes gearbeitet.

Man freut sich auf die Teilnahme der Heinrich Schütz-Kantorei, die sich zu diesem Zweck vielen Menschen aus der Ökumene als Grundlage eines Projektchores (Informationen bei Kantor Achim Maertins) öffnen wird. Darüber hinaus werden Bläser der beteiligten Gemeinden den Gottesdienst mitgestalten.

Die Beteiligten freuen sich auf viele Teilnehmende aus allen Gemeinden des Wuppertaler Westens.

31.10.2017, 500 Jahre Reformation

Festgottesdienst in der Kirche Gräfrather Straße um 17 Uhr

Im Anschluss daran gibt es ein nettes Beisammensein im Gemeindezentrum Gräfrather Straße mit einem Imbiss und Getränk.


Ein paar Gedanken zur Reformation

500 Jahre Reformation bedeuten Erinnerung an ein weltgeschichtliches Großereignis mit immensen Folgen.

Luther und die Reformatoren betonten das „ad fontes“, d.h. zurück zu den Quellen. Sie meinten die Quellen des Glaubens. Christus, die Gnade, der Glaube, die Bibel.

Sie meinten die unverstellte Klarheit in der Begegnung mit Gott und wollten das Vertrauen der Menschen in Gott stärken und die Liebe Gottes zu uns Menschen betonen, die in dem zum Ausdruck kommt, was Gott in Jesus Christus für uns getan hat.

Sie wollten Menschen in die Bewegung des Glaubens so führen, dass sie vor Gott zu stehen kommen, aber auch in Verantwortung vor ihm leben können.

Das hatte enorme Folgen für die Individualisierung, die Bildung, politische Partizipation, Fragen der sozialen Gerechtigkeit.

Das hatte auch Folgen für die Struktur der Kirche. Luthers kritische Distanz zum zeitgenössischen Katholizismus (die heute von sehr vielen Menschen katholischen Bekenntnisses geteilt wird) und zum Kaisertum, die auch bei vielen Fürsten im Deutschen Reich vorhanden war, führte zu einer Spaltung der Kirche und schrecklichen Verwerfungen (Bauernkriege, Religionskriege).

Die Evangelische Kirche entstand. Nach dem großen Schisma (Spaltung) im 11. Jahrhundert, die die Römisch-Katholische Kirche von der Orthodoxie trennte, gab es nun die Evangelische Kirche neben der Römisch-Katholischen. Und die Reformation setzte viele neue Gemeindeformen (z.B. Freie Gemeinden) frei.

Der große Gebetswunsch Jesu „auf dass sie alle eins seinen“ (Johannes 17,21) ist organisatorisch gesehen mit der Reformation weiter in den Hintergrund getreten.

500 Jahre mit oft sehr dramatischen, entsetzlichen Religionskriegen und gegenseitigen Verwerfungen liegen hinter uns. Zum Glück gibt es die unter dem Begriff „Ökumene“ genannte Bewegung aufeinander zu, die auch im Reformationsjahr an vielen Stellen ihren Ausdruck findet. Über bleibend betonten Differenzen (Amts-, Kirchen-,Sakramentsverständnis) ist der Wunsch nach gelebter Einheit und das Praktizieren dieser Einheit landauf und landab zur Gewohnheit geworden. Und im Kampf um die Deutungshoheit, schlägt das Pendel doch auch immer wieder in die Richtung aus, dass die sich rechtfertigen müssen, die das Gemeinsame ablehnen und nicht die, die die gewünschte Einheit im Glauben und der Liebe suchen. So hat der lange Weg aufeinander zu und miteinander eine große Verheißung.

Viele Grüße
Ihr Frank Beyer

 


Zitate:

„500 Jahre Reformation bedeuten für mich…“

„Reformation bedeutet für mich…“


Pfarrer Beyer (Evangelische Kirchengemeinde Vohwinkel)

„Reformation bedeutet für mich die Bewegung, immer wieder mit Vertrauen in die Gegenwart des liebenden Gottes zu kommen, von daher zu leben und so auf andere zuzugehen, dass wir vertrauensvoll und mit viel Liebe die Welt gestalten können, in der wir leben.“

Pfarrerin Scholz (Evangelische Kirchengemeinde Vohwinkel)

„500 Jahre Reformation bedeuten für mich …

Offenheit für Veränderung und den Auftrag, Glaube immer wieder auf andere Weise zu vermitteln.“

Steffen Hombrecher (BV Vohwinkel)

"Reformation bedeutet für mich, dass Gott mich ehrlich so liebt wie ich bin. Mit allen meinen Stärken und Schwächen. Gott schenkt mir die Freiheit für persönliche Entscheidungen und die Kraft für meine Überzeugungen auch gegen Widerstände einzustehen. Deshalb ist der Leitsatz Martin Luthers zu meinem persönlichen Lebensmotto geworden:"Hier stehe ich und kann nicht anders!"

Matthias Stempfle (Pastor - Landeskirchliche Gemeinschaft Varresbeck)

„Reformation bedeutet für mich: Gott hat mich mit all meinen Abgründen angenommen. Ich muss niemandem mehr etwas beweisen. Und kann gerade deshalb für andere da sein. Für mich ist ja schon gesorgt.“

Pfarrerin Wiederspahn (Evangelische Kirchengemeinde Vohwinkel)

„Reformation bedeutet für mich, dass Frauen in der evangelischen Kirche gleichberechtigt sind (leider hat die Umsetzung ziemlich lange gedauert…)“

Marion Offen (Prädikantin – Evangelische Kirchengemeinde Vohwinkel)

„Reformation bedeutet für mich, mit Herzen, Mund und Händen" in Bewegung zu bleiben.“

Achim Maertins (Kantor Evangelische Kirchengemeinde Vohwinkel, Kreiskantor Kirchenkreis Wuppertal)

„500 Jahre Reformation bedeuten für mich 500 Jahre evangelische Kirchenmusik von Johann Walter, Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach bis Hugo Distler, Enjott Schneider und neue geistliche Lieder, von Klassik bis Moderne, sowie Offenheit für die großartige Kirchenmusik unserer Schwesterkirchen.

Albert Sandig (Gemeindeglied Evangelische Kirchengemeinde Sonnborn)

„500 Jahre Reformation bedeuten für mich, das Positive daraus heute bei mir und in der Kirche mit Leben zu füllen.“

Lisa Weise (Pfarrerin - Evangelische Kirchengemeinde Vohwinkel)

„500 Jahre Reformation bedeuten für mich 500 Jahre Mündigkeit, selbständiges Denken aller,  allein dem Gewissen vor Gott verpflichtet.“

Udo Schemann (Kindertafel Vohwinkel)

"500 Jahre Reformation" bedeuten für mich, ...

...eine alltägliche Erinnerung, eine Besinnung auf das, was alleine trägt, eine Rückkehr zu dem, was weiter tragen wird: Jesus Christus, Gottes Wort (die Bibel), Gottes Geschenk der Gnade und Freiheit, der hörende und tätige Glaube.


Frank Römpke (Vorsitzender des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Sonnborn)

"Reformation bedeutet für mich, dass ich als Ehrenamtlicher Kirche mitgestalten und Verantwortung übernehmen kann."